Final Countdown

Dienstag, 07.06.2016

Tjaja meine Lieben, nun ist es schon so weit - ich schreibe meinen letzten Blogeintrag! Inzwischen bin ich schon gut wieder auf deutschem Boden angekommen, aber ich möchte euch ja nicht meine Erlebnisse der letzten zwei Wochen vorenthalten (falls es jetzt nach meiner Rückkehr überhaupt noch jemanden interessiert)! Bevor ich also zum allesumfassenden (ein Ding der Unmöglichkeit) und vermutlich sehr melancholischen Fazit komme, hier erst noch ein paar Ereignisberichte:

 

Aussichtsplattform Trollhättan, 26.05

Ein weiteres To-Do, das immer noch auf meiner Liste stand: Auf die Aussichtsplattform von Trollhättan gehen. Eigentlich kein großes Ding, aber irgendwie hatte es sich bis zu diesem Donnerstag noch nicht ergeben. Bei recht gutem Wetter habe ich mich aber dann endlich mit Julia getroffen, um den kleinen Berg zu besteigen. Der Ausblick von dort oben war wirklich schön und es war verrückt, weil die rechte Hälfte der Aussicht, die grüne, waldige nämlich, überhaupt nicht dem eher Fabrik-bebautem Bild entsprach, das ich von Trollhättan hatte. Das hat mich schließlich endgültig versöhnt mit der Stadt, ich liebe sie inzwischen. Das mag aber vor allem an den Erinnerungen liegen, die an ihr hängen.
Unser Weg nach Hause war auch schön, der führte uns nämlich durch eben diesen Wald. Genau genommen war das der Weg, den ich ein paar Wochen zuvor mit Nina bei dieser Nachtwanderung gegangen war. Aber bei Tageslicht (obwohl es 22:45 Uhr war) gefiel er mir noch besser :)
Im Swedenborg angekommen haben Julia und ich - später auch mit Franzi - noch ein paar kurze Runden Beerpong gespielt und sind dann ins Bett gegangen.

Hello from the other side!  hinten in der Mitte sieht man das Swedenborg <3

 

Flower-Power Geburtstag, 27.05

Mit Franzi hatte am vorletzten Freitag die letzte in unserem kleinen Bunde Geburtstag. Natürlich haben wir es uns nicht nehmen lassen, uns auch für sie die ein oder andere Überraschung einfallen zu lassen! Wie auch ich hatte sie bereits ein Geburtstags-Fika geplant, sodass wir uns da nur ergänzend einklinken konnten. So haben Julia und ich am Vormittag also Erdbeerkuchen gebacken (einer von Franzis Lieblingskuchen, wie ich undercover-agent-mäßig beim letzten Barbecue herausgefunden hatte) und steuerten damit zu Franzis großem Pancake-Menü bei. Und wie auch schon zuvor Nina und ich sollte auch Franzi ihr Kuschel-Maskottchen bekommen. Aufgrund eines Insiders sollte dies ein Otter werden. Gar nicht so einfach, so einen Kuscheltier-Otter aufzutreiben! Aber wir sind ja nicht ganz blöd. Über zwei Ecken hatten wir im Vorfeld Franzis letzte Besucherin kontaktiert, einen Otter bei Amazon bestellt, ihn zu ihr schicken lassen und ihn dann in einem waghalsigen Manöver aus dem Besucherkoffer aus Franzis Zimmer geschmuggelt - unentdeckt! Die Freude war groß, Franzi hat ihn gleich ins Herz geschlossen. Er musste natürlich auch einen Namen mit O erhalten und so heißt der Otter der Runde nun Otto :D
Eine Überraschung, mit der Franzi aber wohl wirklich nicht gerechnet hatte, war die Skypekonferenz, die wir Mädels für sie organisiert hatten. Ich habe kurzerhand ihre drei besten Freunde aus Deutschland vor die Laptops geholt, eine Skypekonferenz gestartet und dann haben wir Franzi einfach mal machen lassen. Oder auch nicht. Es war herrlich, sie war so gerührt, außer "Hallo" hat sie nicht viel mehr rausbekommen <3 Jedenfalls haben wir nach diesem kleinen Unterfangen alle zusammen noch die Pancakes fertig gemacht und hatten dann eine schöne Family-Geburtstags-Fika gemeinsam mit den Jungs. Nachmittags haben wir German Girls uns dann noch - ganz wie an meinem Geburtstag - eine richtig leckere Lasagne gemacht.

Abends stand dann natürlich Party an. Da es nicht nur Franzis, sondern am Samstag auch Andreas (Spanish Girl) Geburtstag zu feiern gab, haben wir mit großem Andrang gerechnet. So haben wir unsere treudienliche Swedenborg-Küche also ein letztes Mal auf eine fulminante Party vorbereitet und dann konnte es losgehen! Vorher mussten wir uns allerdings noch herrichten, denn die Party stand unter dem Motto "Flower-Power/Hippie". Auch wenn Andrea und Franzi das Thema extra gewählt hatten, weil sie glaubten, dazu würde schon jeder irgendetwas in seinem Kleiderschrank finden, gestaltete sich die Kostümierung schwieriger als gedacht. Ich finde aber, wir vier German Girls haben da einen sehr guten Job gemacht! :)

Die Party selbst war dann wie jede andere. Es gab Hochs und Tiefs aber ich hatte Spaß und ich glaube, Franzi auch und das ist ja die Hauptsache. Ironischer Weise haben wir es übrigens auf dieser letzten großen SB-Party geschafft, tatsächlich die Polizei rufen zu lassen von der netten Crazy-Thai-Lady. Alvin hat das aber sehr demokratisch mit denen geregelt und die zwei Officers waren wohl ohnehin sehr verständnisvoll. Alles easy ;)

 

Trollys Wasserfälle // Bachelor-Fika, 28.05

Am Samstagvormittag waren bei Nina, Franzi und mir wieder organisatorische Meisterleistungen gefragt. Nach einem ewigen Hin und Her über die Woche was die Terminfindung betrifft sollte nämlich an diesem Tag endlich unsere heimlich geplante Mini-Bachelor-Feier für Julia stattfinden. So haben Nina und ich also morgens nach dem Frühstück bei ihr im Zimmer Kuchenteig gemacht. Franzi wollte uns eigentlich auch dabei helfen, aber Madame von und zu Bachelorette hatte uns da mit einem spontanen Besuch bei Franzi zum zweiten Mal in dieser Woche einen Strich durch die Rechnung gemacht :D Aber so viel Arbeit war es dann auch nicht. Nina und ich waren recht schnell fertig und haben den fertigen Teig samt Backform dann in der Küche "versteckt". Da wir uns nämlich zu den Wasserfällen aufmachen wollten, musste Franzi diesen dann später in den Ofen schieben, damit er fertig wäre, sobald Nina und ich zurück kämen...
Dezent verspätet sind Nina und ich also Richtung Zentrum spaziert. Die "Wasserfälle" Trollhättans sind nämlich keine Wasserfälle im eigentlichen Sinne, wenn auch in jedem Reiseführer so angepriesen. In Wahrheit handelt es sich dabei um Fluss-Schleusen, die zu bestimmten Uhrzeiten geöffnet werden. Aber nichtsdestotrotz wollten wir Trollhättan natürlich nicht verlassen, ohne uns das Spektakel wenigstens einmal angesehen zu haben. Es war schon auch ganz cool. Das Wasser schießt dort aus zwei (bzw. drei) Schleusen mit 300.000 Litern pro Sekunden das Flussbett runter. Und wir haben noch einen schönen Spaziergang am Fluss entlang gemacht, unser kleiner Ausflug hat sich also in jedem Fall gelohnt ;)


Zurück zuhause haben wir uns dann - gemeinsam mit Franzi, die Julia zwischenzeitlich wieder los geworden war - an die Dekoration meines Zimmers gemacht. Luftschlangen, Luftballons, eine Variation aus Brownie, Eis und heißen Himbeeren, Tee, ein paar Kerzen und ein Gabentisch und fertig waren wir. Julia hatte ich unter dem Vorwand, dass ich Hilfe bei einer Arbeit für die Uni benötige, zu mir bestellt (im Nachhinein hat sich dann herausgestellt, dass sie mir entgegen jeder meiner Vorstellungen die Story ohnehin nicht abgekauft hat...). Ja und dann standen wir drei mit Konfetti in der Hand gute fünf Minuten an meiner Tür und warteten auf unseren Gast :D Irgendwann kam sie dann auch, die Freude war groß, das Essen vorzüglich und wir hatten einfach wieder einen sehr schönen gemeinsamen Nachmittag. Auf ihrem Gabentisch war unter anderem dann auch Julias Maskottchen dabei. Beziehungsweise hat sie sogar zwei bekommen, ein Zebra und einen Bachelor-Elch, Måns und Oli (man beachte das obligatorische O!).

 

So, das waren die letzten Großereignisse. Die übrigen Tage habe ich zum Großteil mit Packen und Lernen verbracht. Und in den freien Minuten einfach die kleinen Dinge des SB-Lebens genossen: Foto-Session mit unseren Swedenborg Crew-Shirts, Julia hat für uns gekocht, ich hatte meinen letzten Norwegen-Abend mit Nina und Alvin, einen letzten Lauf mit Julia, eine letzte Eis-Session mit den Mädels plus Boris entzückende kleine Schwester und und und... So viel "letzte", zu viel für meinen Geschmack. Und trotzdem: am Donnerstag war dann alles "Letzte". Nina und ich haben unsere letzte (im Übrigens seeehr dankbare) Klausur geschrieben, anschließend hatten wir unsere letzte gemeinsame Fika bei wunderschönem Bikini-Wetter am Tümpel vor dem Haus, ein letztes (von den Jungs gekochtes!) Family-Dinner in der Küche und ein letztes Beerpong-Turnier. Da die Jungs allerdings den grandiosen Plan hatten, das Trinken schon am Morgen um halb elf beim Champagner-Frühstück (es war Prosecco) anzufangen, verkrochen sich die meisten männlichen Partygenossen schon verhältnismäßig früh ins Bett. Um die aufkommende Trägheit zu bekämpfen habe ich zusammen mit Franzi, Julia und Isa, einer Freundin von Julia, die zu Besuch war, einen nächtlichen Spaziergang gemacht. Es war immernoch herrlich warm draußen und hell war es ja sowieso. Das war ein sehr schöner Spaziergang, auf eine mir unerklärliche Art und Weise hatte er etwas Magisches... Als wir zurückkamen waren dann schon ein paar der Jungs ins Bett gegangen. Mit den übrigen haben wir noch ein paar Nudeln gegessen und eine Runde Karten gespielt. Dann war der absolute Tiefpunkt erreicht was die Müdigkeit betrifft. Blöd nur, dass ich ja eigentlich durchmachen wollte, wo ich doch ohnehin um 5 Uhr los zum Bahnhof musste. Ich bin also wie geplant noch duschen gegangen, um vor allem die Sonnencreme und den Zigarettengeruch loszuwerden. Tja und dann waren es plötzlich nur noch Julia und ich, alleine in der Küche und mit einem komischen Gefühl in der Magengegend Beerpong spielend. Die diversen Abschiede vorher von den Crew-Mitgliedern waren komisch. Ich konnte es einfach nicht begreifen, dass ich sie nun erstmal eine ganze Weile nicht sehen würde, war man sich doch die letzten 6 Monate täglich über den Weg gelaufen. Naja glücklicher Weise hat Franzi dann um halb 4 endlich ihre Arbeit für die Uni fertig gebracht (sie war nämlich nicht schlafen, sondern an ihrem Schreibtisch, die Arme) und so haben wir zu dritt die letzten Stunden noch umgebracht. Bei Franzi haben wir uns dann - wie auch schon seit Monaten geplant - noch trollmäßige Gesichtsmasken gemacht. Schließlich bin ich für die letzten Züge des Aufräumens und Packens noch einmal zurück in mein Zimmer verschwunden. Auch wenn ich gesagt habe, dass sie ruhigen Gewissens schlafen gehen könnten, war ich dann heilfroh, dass die beiden sich dazu entschlossen hatten, mich noch zum Bahnhof zu begleiten. So sind wir drei also pünktlich um 5 Uhr morgens samt Koffer, Rucksack und Laptoptasche losmarschiert. Wir waren dann viel zu früh am Bahnhof, konnten dort aber noch ein paar Sonnenstrahlen tanken, die sogar schon richtig warm waren! Ich hätte mir meine letzten Stunden und Minuten in Trollhättan kaum schöner vorstellen können. Dass Julia und Franzi bei mir waren, bedeutet mir viel - noch mehr sogar, wenn man bedenkt, dass beide um 8 Uhr einen Termin in der Uni hatten und genauso wie ich noch keine Minute geschlafen hatten!

   

 

Fazit

Nun sitze ich hier und starre meinen Bildschirm an. Die letzten Zeilen haben mich, so theatralisch es klingen mag, viel Kraft gekostet. Meine Finger schleppen sich gerade mehr schlecht als recht über die Tastatur. Ein Fazit, das dem Ganzen hier gerecht wird, kann ich ohnehin nicht schreiben.
Einige von euch wissen vielleicht, mit welch negativen Erwartungen ich meine Reise nach Schweden angetreten habe. Und nun bin ich voller Liebe, die mich beinahe zu verschlingen droht. Das hier sind nicht nur die letzten, sondern vermutlich auch die ehrlichsten Zeilen, die ihr von mir erwarten könnt. Meine Arme zittern und mich überkommt das Gefühl, wenn ich diesen Blogeintrag zuende bringe, schließe ich eine Tür, die ich nicht schließen sollte und nicht schließen will. Aber ich muss wohl.
Ich habe in meinem Auslandssemester, in Schweden, in Trollhättan und im Swedenborg unzählbar viele, wunderschöne, lustige, coole, atemberaubende und liebevolle Erinnerungen geschaffen und ich bin unendlich dankbar für jede einzelne. Meine Swedenborg-Family ist mir unheimlich ans Herz gewachsen und vor allem die Mädels und Alvin möchte ich niemals mehr missen. Vermissen tue ich sie zwar jetzt schon, aber wir sind ja nicht aus der Welt.
Mehr als mich zu bedanken bleibt mir eigentlich an dieser Stelle nicht. Danke Gott, danke meiner Uni, danke meinem Arbeitgeber, danke meinen Eltern und meinen Freunden, dass ich dieses Abenteuer erleben durfte. Danke Crew, dass ihr da wart und für all die unfassbar lustigen Momente. Danke Alvin für so viele offene Worte, dein Vertrauen, dein Zuhören und die zahlreichen Umarmungen. Danke Nina für lehrreiche Kochstunden, unterhaltsame Vorlesungen, entspannendes Sonnenbaden, unzählige Selfie-Sessions, für London, für Lapland, für Norwegen. Danke Franzi für deine kostenfreien Fremdenführungen, für herzliche Lacher und dafür, dass du deine besten Freunde mit uns geteilt hast. Danke Julia für deine Bacon-Variationen, für die Magie, die du in die Truppe bringst, für deine positive Art, für Lisa, Sabrina und Isa, für die weisen Tipps einer Großmutter, för din vänskap.
Ich liebe euch.

Überall und Nirgendwo

Montag, 30.05.2016

Hallöchen, ich bin's mal wieder! :)
Wie im letzten Eintrag schon angekündigt ist auch in der letzten Woche das ein oder andere passiert. Für den faulen Leser hier der Abstract: Ich nutze und genieße meine letzten Tage hier in vollen Zügen!
Edit: Angefangen habe ich diesen Blogeintrag mit obiger Einleitung vor einer Woche (am 23.05). Bin irgendwie echt nicht so gut voran gekommen damit diese Woche. Und in der Zwischenzeit ist natürlich wieder noch mehr passiert, von dem es zu berichten gibt. Aber ich habe mir nun gedacht, einfach schonmal diesen Teil zu veröffentlichen, dann habt ihr schonmal was zu Lesen und es wird beim nächsten Mal nicht zu viel :)

Lidköping, 18.05

Am Mittwoch bin ich - mehr oder weniger kurz entschlossen - mit Julia nach Lidköping gefahren. Dienstagabend hatte ich die Mädels gefragt, ob mich jemand in ein Naturreservat hier "um die Ecke" begleiten wollte. Leider haben wir dann bei genauerer Recherche feststellen müssen, dass eben dieses zwar nur knapp 20 Autominuten, aber über anderthalb Stunden mit den Öffentlichen entfernt liegt. Da Lidköping ohnehin auch noch auf meiner To-Do-Liste stand, haben wir die Pläne also kurzerhand umgeschmissen. So ging es also am Mittwochmorgen für Julia und mich - trotz des bescheidenen Wetters top motivert - nach Lidköping. Lidköping ist ein hübsches, beschauliches, kleines Städtchen am Vänern, dessen Besuch mir eine Freundin geraten hatte (ihr wisst schon, die mit dem Fahrrad). Die Zugfahrt dorthin (ich bin übrigens glaube ich hier schon mehr Zug gefahren als in meinem ganzen Leben) hat zwar auch eine Stunde gedauert, aber insgesamt war die Fahrt sehr viel angenehmer und unkomplizierter. Und sowieso waren wir dann mit unserer Entscheidung sehr zufrieden. Jedenfalls sind wir einfach ganz unverfangen ein wenig durchs Städtchen gebummelt, haben noch eine Kleinigkeit für die anstehende Hippie-Party geshoppt und sind dann zum See spaziert. Dort haben wir uns dann mit unseren Sonnenbrillen das graue, windige Wetter einfach sommerlich gezaubert und sind einfach eine Weile am "schwedischen Binnenmeer" verweilt. Da wir aber ja hier nichts Gutes gewöhnt sind, hat uns die frische Luft und der Spaziergang doch müder gemacht, als erwartet und so sind wir schon gegen Nachmittag wieder in Richtung Trollhättan abgedüst.


Liseberg, 19.05

Gleich Donnerstag ging es dann auch schon weiter im Programm! Direkt von der Vorlesung aus (ha, ja ich studiere momentan tatsächlich auch noch ein bisschen :D) bin ich - wieder gemeinsam mit Julia - in den Bus gestiegen, der uns nach Göteborg bringen sollte. Das International Office hatte diesen Ausflug organisiert und lud uns zum kostenlosen Transfer und freien Eintritt in den Freizeitpark Göteborgs, Liseberg, ein. Das wollten wir uns natürlich nicht entgehen lassen, auch wenn man hinzufügen muss, dass der Park mit einem Couponsystem arbeitet, nach dem man jede Attraktion einzeln zahlt (wenn man kein All-in Ticket hat). Der Zeitpunkt war mit einem normalen Donnerstag außerhalb der Ferien ziemlich gut gewählt, wir hatten so gut wie keine Anstehzeiten. Das war wirklich entspannt. Und das Wetter war auch ziiieeeemlich Freizeitpark-gerecht - Sonne bei angenehmen 16 Grad :)
Liseberg ist ein richtig hübsches, verträumtes Fleckchen Erde mitten in Göteborg. Der Park ist schön angelegt, die Attraktionen führen durch kleine Wäldchen, alles ist sehr verwinkelt und sieht ein bisschen aus wie im Märchenwald. Julia und ich haben auch erst einmal eine Runde gedreht, bevor wir dann auf die Attraktionen gegangen sind. Die erste Überraschung: Dort gibt es zahlreiche Glücksrad-Stände, bei denen man diverse Süßwaren in riesigen 2kg-Paketen gewinnen kann! Da echt einige Leute dort auch tatsächlich mit diesen Gewinnen rumliefen und weil wir in unserem Kombi-Ticket ohnehin zwei Glücksspiel-Coupons hatten, haben wir unser Glück je einmal am Toblerone- und M&M-Stand versucht. Ohne Erflog natürlich. Darüber hinaus waren wir noch auf drei Attraktionen (mehr hat unser Budget nicht hergegeben). Das "Highlight" dabei war der HELIX (*seeeeehr dramatische Musik*). Wir hatten darüber zuvor im Internet schon gelesen, dass dies eine der krassesten Achterbahnen in Europa ist und auch am Eingang zur Bahn wurde allerlei Drama draus gemacht. Dementsprechend waren wir dann auch ein wenig nervös, als wir uns durch die Ansteh-Schlangen-Geländer geschlängelt haben. Und dort lief auch tatsächlich sehr dramatische, abenteuerliche Musik, die meinen das total ernst! Eine Besonderheit, die direkt auffiel: In den Sitzen hat man am Oberkörper keine Bügel oder Ähnliches. Der Sitz schließt nur über den Oberschenkeln. Das war schon ein komisches Gefühl, man fühlt sich so unsicher. Naja, die Fahrt war dann ziemlich lustig, wie man sich vorstellen kann mit vielen Helix (oder wie auch immer hier der Plural lautet) und vor allem sehr lang. Ich denke, das war sogar die längste Achterbahnfahrt, die ich bisher mitgemacht habe. So dramatisch wie angekündigt fanden wir es aber nicht. Es war lustig, aber auf der Achterbahn vorher hat's mehr gekribbelt :D Und die gut 9€, die der Spaß umgerechnet pro Fahrt kostet, wäre uns das Zweite Mal beim besten Willen nicht wert gewesen.
Nachdem unsere Coupons schließlich aufgebraucht waren, sind wir einfach noch eine Weile durch den schönen Park und die süßen kleinen Souvenirläden geschlendert. Oh! Da hätte ich doch beinahe unsere wunderschöne Snackpause vergessen! Zum Essen sind Julia und ich nämlich in ein Klettergerüst für Kinder gestiegen, das wie ein Vogelkäfig aussieht. Dann saßen wir dort oben, wenigstens zwischendurch ganz ungestört und mit Blick über den Park und haben die Sonne (und natürlich unser Essen genossen). Das war herrlich! :)
Nach vier Stunden Aufenthalt im Liseberg hat uns der Bus dann wieder sicher zurück nach Trollhättan gebracht.


Surströmming Testing, 21.05

Ohhhha, am Samstag haben wir wirklich schwedisches Kulturgut gepflegt!
Ein paar der Studenten, die schon ein wenig länger hier sind, haben angeboten, uns einen schwedischen kulinarischen Klassiker zu präsentieren: Surströmming. Grundlegend saurer Hering, der ganz speziell verarbeitet und eingelegt wird (weitere Erläuterungen hier Wiki - Surströmming (Englisch)) Und bei der Gelegenheit wurde außerdem beschlossen, uns auch noch einen kleinen Snus-Vortrag zu halten (ich berichtete). Wie das hier nun mal samstags so ist, waren wir natürlich auch von der vergangenen Nacht noch ein wenig "erschöpft", aber wir sind trotzdem wagen Mutes ins Lantmanna Ghetto marschiert. Tja und dann ging's los laughing Los ging es mit den Snus und auch wenn ich in meinem ersten Eintrag dazu gesagt habe, das sei etwas, das ich wirklich nicht testen müsse habe ich mir dann gedacht Ach komm, was soll's. Ganz oder gar nicht! So, das "Mädchen-Snus" (färbt die Zähne nicht, mit Minzgeschmack etc.) war leider auch gleich ein etwas fortgeschritteneres was den Nikotingehalt betrifft. Aber die anderen Sorten haben so widerlich gestunken, dann musste das halt trotzdem herhalten. Haha man war das lustig. Julia, Nina und ich waren echt schon ein wenig nervös, aber die Jungs sagten nur "Alles was euch passieren kann, ist, dass euch ein wenig schwindelig wird. Und wenn es euch zu schlimm wird, nehmt ihr es einfach wieder raus." Gesagt, getan. In der ersten Minute habe ich noch gar nichts gemerkt - wenn man von dem Brennen durch die Minze absieht. Dann dachte ich, ich bilde mir sicher nur ein, dass mir schon komisch würde. Naja und nach schätzungsweise knappen zwei Minuten habe ich es dann schon aus dem Mund genommen :D Zur Erläuterung: Üblicher Weise behält man es für 30min bis zu 3 Stunden im Mund. Und tadaaaa Klein-Katja war vollkommen fertig! Schwankend stand ich dort und habe nur noch gelacht, weil ich null damit gerechnet hatte, dass es so intensiv sei. Während ich mich selbst wegen meiner völligen Unfähigkeit irgendwas zu tun ausgelacht habe, stand Nina neben mir und wurde ganz ruhig. Ihr ging es prinzipiell nämlich ziemlich genauso (schlecht? gut?) wie mir. Die Jungs hatten währenddessen einen Heidenspaß "Can we pleease film this??" They did. Habe gerade eben das Video gesehen. Ist leider viel weniger lustig, als ich es mir vorgestellt habe. Nunja zurück zu meinem Schwindel: Ich war fünf Minuten lang der festen Überzeugung, ich könne die 5 Meter bis zum Müllcontainer nicht gehen, um mein Snus wegzuschmeißen, ohne dabei hinzufallen. Ehrlich, ich habe sowas noch nie erlebt. Aber es war lustig. Und die anderen hatten ihren Spaß, da halte ich ja auch gerne mal meinen Kopf für hin.
Jedenfalls ging es dann an den Fisch. Der ist dafür bekannt, die Leute mit seinem purem Geruch zum Kotzen zu bringen. Also genau das, wonach mir in meinem Zustand war. Und dann waren da noch die 30 Meter in den Wald zu überbrücken bis zu der Stelle, wo wir die Konservendose öffnen wollten. Das Angebot, rüber getragen zu werden, habe ich dann aber dankend abgelehnt und bin doch recht sicheren Schrittes selbst hingegangen. Die Jungs haben - mit Putzhandschuhen bewaffnet - die Dose unter Wasser in einer Schüssel geöffnet. Eine sehr schlaue Idee, so haben uns die austretenden Gase nicht so umgehauen. Gestunken hat es danach trotzdem noch sehr. Wir Mädels haben dann ein nadelkopfgroßes Stück Fisch pur probiert. Ich finde, es schmeckt eigentlich nur seeeehr extrem nach Salz und beim Beißen hat man halt den sehr unangenehmen Geruch dabei. Es war also nicht schön. Der Schwede isst diese Delikatesse aber für gewöhnlich auch nicht pur: Man nehme eine Art dünnes Fladenbrot, schmiere Butter drauf, dann kommen gekochte Kartoffeln, der Fisch, Creme Fraiche, Schnittlauch, Käse, Zwiebeln und Tomaten drauf und schon hat man ein wunderschönes, authentisches Surströmming-Sandwich! Daran haben wir uns selbstverständlich auch noch einmal versucht. Ja, mehr auch nicht. Wir sind irgendwo froh, das Ganze einfach mal mitgemacht zu haben, nochmal brauchen wir drei es aber nicht. Es gab aber doch tatsächlich drei Anwesende, die diese Mahlzeit zur Verblüffung aller anderen Anwesenden zu mögen schienen. Na dann guten Appetit!
Wir Mädels sind im Anschluss noch schnell im Lidl shoppen und dann wieder nach hause gegangen. Der Heimweg war unterhaltsam, wir haben die ganze Zeit über unsere gerade gemachten Erfahrungen gequasselt. Vor dem Swedenborg haben wir dann noch Alvin und Boris getroffen, die durften sich unsere enthusiastischen Ausführungen dann auch gleich nochmal anhören. Die Armen und das vorm Pizzaessen :D


Göteborg, 23.05

Noch knapper vor Schluss und vor allem noch fälliger als es mit Stockholm war, habe ich es am Montag dann auch endlich mal "so richtig" nach Göteborg geschafft. Das ist so verrückt, Göteborg ist die schwedische Stadt, in der ich am häufigsten war (abgesehen von Trollhättan offensichtlicher Weise) und trotzdem hatte ich sie mir bis letzte Woche noch nicht richtig angesehen. Den Bahnhof kenne ich inzwischen wie meine Westentasche und ich bin - noch zu Schneezeiten - einmal durch die Altstadt gelaufen. Das war es aber auch (Der Bahnhof ist aber übrigens auch echt nett :P)
Jedenfalls bin ich aber nun mit Nina endlich mal auf eine kleine Entdeckungstour gegangen. Unsere Route führte uns zuerst zu einem Park, in dem es wildparkmäßig ein paar Tiere anzuschauen gibt und vor allem und am wichtigsten: Elche! Nach kurzen Orientierungsproblemen sind wir zwei Pappnasen dann auch bei eben diesen angekommen. Zwei Stück waren es, die wir gesehen haben. Das sind schon komische Tiere, so groß und gleichzeitig (scheinbar) so zerbrechlich. Ihnen in freier Wildbahn zu begegnen ist aber wohl nochmal eine ganz andere Geschichte... Von dem Park aus spazierten wir zu einem Aussichtsturm. Da war dann leider geschlossene Gesellschaft. Herausgefunden haben wir das, nachdem wir an einer Tür an der Treppe unten geklingelt hatten - yeahy :D Man konnte von dem Hügel aus aber auch schon ein wenig über die Stadt blicken. Von dort aus ging es dann ins Haga, die Altstadt Göteborgs. Unser Plan war es, uns eine Riesen-Zimtschnecke in einem ganz bestimmten Café zu kaufen. Das hatte bei unserem Glück natürlich zu. Als einziges auf der ganzen Straße. Ohne erkennbaren Grund. Na toll. Wir haben es uns dann auf einer sonnigen Bank eines anderen Etablissements gemütlich gemacht. Die Zimtschnecke, die ich da dann hatte, hat mich aber leider enttäuscht... (Hihi, als ich dies später am Abend Julia erzählte, hat sie mir dann zur Kompensation meiner Unzufriedenheit noch einen Löffel Zimtschnecken-Ben&Jerrys "aufgezwängt" - danke dafür :P)
Am frühen Abend sind wir dann auch schon wieder zurück gefahren. Ich muss zugeben, in meinen Augen ist Göteborg bei Weitem nicht so sehenswert wie Stockholm. Göteborg ist/erscheint sehr viel großstädtischer, das kann je nach Geschmack gut oder schlecht sein. Ich finde es jedenfalls leider nicht so schön dort. Aber ich musste ja mal da gewesen sein, das wäre ja verrückt gewesen, wenn ich die zweitgrößte Stadt Schwedens nicht besucht hätte, obwohl ich nur 35 Zugminuten davon entfernt lebe!

 


Und nun noch ein kleiner Fun-Fact am Rande (der keiner ist irgendwie):
Da habe ich mich wochenlang beschwert, dass es doch jetzt bitte endlich mal Frühling werden sollte so mit grünen Bäumen und so und schwupps, da hab ich's verpasst. Ich weiß noch genau, wie grau die ganze Landschaft noch war, als wir mit dem Bus nach Smögen gefahren sind. Und dann sehe ich mich ein paar Tage später um und plötzlich ist alles richtig saftig grün und überall blühen Blumen in den prächtigsten Farben! Ich behaupte sogar, das Grün der Wiesen und Bäume hier ist intensiver, leuchtender als zuhause in Deutschland!
Und ich habe hier doch auch einmal erklärt, dass die Wetterverhältnisse hier grundlegend recht "deutsch" sind, erinnert ihr euch? Auch Pustekuchen :D Da geh' ich letzte Woche um 4 Uhr morgens nach einer Party in mein Zimmer und draußen ist es schon fast lichter Tag! Die Sonne war in dieser (fast wolkenlosen) Nacht praktisch gar nicht ganz untergegangen. Joa und um halb fünf ist es hier dann hell. Gestern Morgen (Sonntag) bin ich zwischendurch wach geworden und dachte so Oh, ich sollte mal aufstehen, es ist schon total hell draußen! Wecker gecheckt. 4:45 Uhr :D Hab' mich dann nochmal umgedreht. Laut Wetter.com geht die Sonne hier aktuell um 4:20 Uhr auf und um 22 Uhr unter. Kann ich so bestätigen, auch wenn es auch jetzt um 23 Uhr noch extreem hell ist. Eine ganz neue, verrückte Sache für mich. Ich kann auch gar nicht sagen, ob ich das gut oder schlecht finde...

Morgens, 4:13 Uhr in Trollywood

So, Schluss für heute!
Es ist gut möglich, dass ich von meinen letzten Abenteuern hier erst nächste Woche berichte. Es steht noch einiges an hier.
Zeit mit meinen Lieben verbingen zum Beispiel.
Genießen.
Atmen.
Leben.

Auf eigene Faust in die Haupstadt

Montag, 23.05.2016

Die Uhr tickt und ich habe es kurz vor knapp endlich in die Hauptstadt geschafft - und das ganz alleine! Absolute Premiere für mich, so eine Kurzreise ohne Begleitung zu unternehmen, aber so viel schon vorab: Es ist alles sehr entspannt und problemlos verlaufen :)

Samstag, 14.5. - Anreise & ESC

Ganz entspannt um 10 Uhr stand meine Abreise aus Trollhättan mit dem Zug an. Der brachte mich zunächst einmal nach Göteborg. Im Hauptbahnhof dort angekommen hatte ich erstmal zwei Stunden zu überbrücken, bis ich dann den Schnellzug nach Stockholm nehmen musste. Und bereits in diesen zwei Stunden habe ich die Vorzüge des Alleine-Reisens genossen: In aller Seelenruhe habe ich die kleinen Bahnhofsläden durchschlendert und mich einfach ein wenig entspannt. Ich war ca. eine halbe Stunde allein schon in einem Buchladen und habe einfach ein paar Titel durchforstet, die mich angesprochen haben und mir so schon ein wenig Inspiration für Weihnachten geholt. Hach, das mag albern klingen, aber ich habe das total genossen, ich habe ewig nicht mehr ohne Stress oder Druck Bücher durchforstet... Anschließend war ich noch in einem kleinen Dekoladen, der hatte auch ein paar schöne Schätze parat. Zum Beispiel auch ein Set mit Pee&Poo Plüsch...dingern :D Mit einem Kakao gestärkt ging es dann um halb eins auf zur dreistündigen Zugfahrt. Dort saß ich mit zwei Australiern (die ich anfangs fälschlicher Weise für Amerikaner gehalten hatte - "How dare you?!") und einer älteren Dame in einem Vierer. Nach einer Weile bin ich mit den beiden Jungs ein wenig ins Gespräch gekommen, die waren ganz nett. Am Bahnhof in Stockholm angekommen trennten sich unsere Wege dann aber auch schon, weil sie beiden einen Fährentrip nach Helsinki gebucht hatten. Ich habe mir jedenfalls den Luxus einer Metrokarte gegönnt, da mein Hostel ein wenig außerhalb lag. Joa, das Hostel machte von außen nicht den vertrauenserweckensten Eindruck, war von innen aber ganz passabel. Ich hatte ein Bett in einem 6-Bett-Frauen-Zimmer, bei meiner Ankunft war aber gerade keiner da. Aber ich hatte ja ohnehin nicht vor, mich lange dort aufzuhalten, also habe ich nur schnell mein Bett bezogen und bin wieder in die Stadt gefahren.

Mein Weg führte mich zunächst zur Kungsgatan, auf der es eine Art Fast Food Halle gab, in der ich UNBEDINGT essen musste, wenn man Nina und den anderen, die bereits im Februar in Stockholm waren, Glauben schenken wollte. Und das wollte ich und bin ziemlich gut gefahren damit. Das "K25" ist eine Art ehemalige Lagerhalle, in der es verschiedene Theken gibt, an denen man verschiedene Gerichte erstehen kann - das Angebot reicht von Burger über Snacks bis hin zu Asiatisch. Gerade für Gruppen ist es sehr angenehm, da jeder was findet, das er mag und man sich dann an einer der vielen Sitzgelegenheiten wieder treffen kann. Und das Essen ist total frisch überall. Ich zum Beispiel hatte ein Thaicurry mit frischer Paprika und Zitronengras.
So, genug Werbung gemacht. Nach dem Essen bin ich zum nördlichsten Ende der Innenstadt gegangen und habe auf meiner Erkundungstour die Gelegenheit genutzt und mir die örtliche Lidlfiliale angeschaut (immer diese Berufskrankheiten!). Nunja und dann bin ich von dort aus einfach die Drottninggatan (Königinsgasse) hinuntergeschlendert, eine ziemliche lange, beliebte Einkaufsstraße. Die war aber schon recht ausgestorben. Ich habe allerdings schon die ersten Souvenrirläden gestürmt- für die, die es noch nicht wussten: Da habe ich eine ziemlich Schwäche für! Von dort aus führte mich mein Weg dann zum ESC Village. Der ESC hat ja dieses Jahr in Stockholm stattgefunden - ich hatte sogar ursprünglich vor, hinzugehen, die Tickets waren mir dann aber zu dem Zeitpunkt, als ich geschaut hatte, doch zu teuer gewesen. In besagtem ESC Dorf gab es aber kostenfreies Public Viewing, zu dem ich dann gehen wollte. Ich muss sagen, insgesamt hatte ich mehr erwartet, wo es doch heißt, die Schweden würden den ESC so hypen... Es war also nicht sonderlich voll beim Public Viewing und ich würde schätzen, dass knapp die Hälfte der Zuschauer auch aus anderen Ländern als Schweden angereist waren. Die Stimmung war dann auch ganz gut, aber wie gesagt, nicht so ausgelassen, wie ich gedacht hätte. Ich bin dann nach dem deutschen Beitrag - der glücklicher Weise gleich nach dem schwedischen war - auch gegangen, mir war angesichts der regnerischen 8 Grad nämlich auch recht kalt. Aber um nochmal auf den schwedischen ESC-Beitrag zurückzukommen: Haha oh man, ich war ja so unwissend! :D Das Lied kenne ich schon seit Wochen, weil ich auch hier relativ viel Radio höre. Vom Klang des Songs her dachte ich aber, dass a) der Sänger ein Afroamerikaner und b) das Lied ein klassischer, importierter Chartstürmer sei. Falsch gedacht. Ich habe dann auch feststellen müssen, dass man das Lied gar nicht kennt in Deutschland... Mir gefällt es aber (trotzdem) sehr gut :) Für die Interessierten, die den ESC nicht verfolgt haben: Frans - If I Were Sorry
Nach einem kurzen Abstecher zur Eurosvision Blume bin ich dann auch zurück ins Hostel und lag brav um 12 Uhr im Bett.

 

Sonntag, 15.5 - Gamla Stan

Die Nacht verlief recht ruhig - dank meiner Ohropacks. Recht erholt, top motivert und diesmal noch wärmer angezogen habe ich gegen zehn Uhr das Hostel verlassen. Wieder mit der Metro bin ich ein Stück gen Osten gefahren, um dort über eine Straße zu schlendern, die mir ein Reiseführer empfohlen hatte. Über den Katarinavägen erreichte ich also die Fjällgatan. Und ja, wie versprochen hatte man von dort aus einen wirklich schönen Ausblick auf die andere Seite des Flusses/Fjords/Sees (keeeiiine Ahnung), der Stockholm durchquert. Wenn ich zu der Zeit nicht hungrig und das Wetter nicht so kalt (ca. 8 Grad + Wind) und nass (Regen!) gewesen wäre, hätte ich auch das sicher genießen können :D Ich habe mir jedenfalls größte Mühe dabei gegeben. In einem winzigen und zu dem Zeitpunkt seeehr einsamen Café habe ich mir dann für 66 SEK ein Brötchen und ein Glas Milch zum Frühstück gegönnt.


Auf dem rechten Bild sieht man Stockholms Freizeitpark - die sind hier nämlich immer gerne mitten in der Stadt :D

Durch das Wetter ehrlicher Weise etwas missgestimmt bin ich dann aber trotzdem sehr bald wieder aufgebrochen und bin zum Königspalast gewandert. Dort bin ich zuerst in das eintrittfreie Rüst- und Kleidungsmuseum gegangen. Joa, also ich fand das schon durchaus interessant und ich habe mir auch recht viel Zeit dafür genommen, aber zu erzählen gibt es da nicht viel. Ich denke, ihr könnt euch in etwa vorstellen, wie Ritterrüstungen und Königsgewänder aussehen. Zur Sicherheit hänge ich aber natürlich ein paar Bilder an. In einem abgetrennten Teil des Gebäudes (das irgendwie auch Teil des Palasts war, eine Art Keller davon) gab es außerdem eine Ausstellung der königlichen Kuttschen und Schlitten - wir sind ja immer noch in Schweden :D - die war auch beeindruckend. Mir war wirklich nicht bewusst, wie groß so eine Kutsche sein kann. Beziehungsweise stand ich zumindest noch nie vor einer originalen Königskutsche.
Aus dem Museum raus und einmal um die Ecke lag dann auch der Eingang zum eigentlichen Palast und den darin integrierten Museen. Dort habe ich dann ein Kombiticket für die Kronjuwelen, die Gemächer und zwei weitere Ausstellungen erstanden. Sich originale Kronen, diamantbesetzte Schwerter, Zepter und Reichsäpfel mal aus nächster Nähe anschauen zu können, war faszinierender als ich dachte. Ein Reichapfel hat mir besonders gut gefallen: Während die anderen "nur" goldene Kugeln mit einem Kreuz oben drauf waren, war in ihn ganz fein und in einem antiken Stil eine Weltkarte eingezeichnet. Leider kann ich euch von den Palastmuseen fast keine Fotos zeigen, denn dort herrschte überall Kameraverbot. Da, wo es ging, habe ich aber ein paar gemacht. Naja. Die Gemächer an sich fand ich hingegen nicht so spannend. Die Uhrenaustellung, die dort präsentiert wurde, wiederum schon. Scheinbar ist die schwedische Königsfamilie ein Fan von Uhren und sie wurden und werden zu den verschiedensten Zwecken angeschafft und gebaut - zur Deko, zur Messung der Wachpatrouille oder tatsächlich zum Uhrzeit-Lesen. Viele der Uhren waren auch Gastgeschenke, so zum Beispiel eine Uhr in der Form eines Hoteltowers in Abu Dhabi von 2011. Ich fand die alten, riesigen Standuhren, die beachtenswerterweise auch immer noch einwandfrei liefen aber am schönsten. Ein Prachtexemplar kam sogar aus den Niederlanden. Das konnte die Uhrzeit inklusive Sekunden, das Datum, den Wochentag und sogar die Mondphase anzeigen! Während ich so durch die königlichen Gemächer streifte, drang von draußen plötzlich Marschmusik ins Schloss. Auf einer Etage hatte ich dann die Möglichkeit, einen Blick in den Innenhof zu erhaschen und dem Geschehen zu folgen. Ich habe nicht die geringste Ahnung, was das sollte, was die da getrieben haben! Es gab eine kleine Kapelle und eine Soldatentruppe, die in mir unerklärlichen Mustern und immer mit langen Pausen zwischendrin durch den Hof marschierte und sich dabei anschrie. Aber wenn sie das schön finden...

Ich werde in Zukunft nur noch mit "Eure Durchlaucht" angesprochen!

Nach fast drei Stunden insgesamt hatte ich dann aber auch genug Kulturbildung und bin ins Herz der Stadt, ins "Gamla Stan", gegangen (falls sich hier jemand auskennt und jetzt meckern will: Jaaa, der Palast ist streng genommen schon im Gamla Stan, ich weiß). Dort gibt es viele kleine, enge Gassen mit ganz vielen kleinen Läden. Größtenteils Souvenirläden, versteht sich. Das war aber sogar mir zu viel. Unterwegs ist mir dann noch ein kleines Wunder widerfahren: Ich habe die Australier wiedergesehen! Ich ging nichtsahnend durch die Gassen und wurde auf einmal von der Seite angesprochen: "Oh wow, we know one single person here and meet her in the very heart of the city." Die Jungs waren gerade von der Fähre gekommen und waren nun auf der Suche nach einem Ort, um Etwas zu essen und so die wenige Zeit zu überbrücken, bis sie wieder zum Bahnhof mussten. Wir haben uns nach einem kurzen Plausch - trotz der sehr netten Einladung, ihnen Gesellschaft zu leisten - aber wieder getrennt.
Auf meiner kleinen Erkundungstour durch die Altstadt bin ich auch auf eine deutsche Kirche gestoßen, da war ich ganz überrascht. Da geht man durch ein Tor in den Kirchgarten und ist plötzlich in Deutschland. Da war echt alles auf Deutsch, die Anschläge am Schwarzen Brett, Bitte-Nicht-Betreten Schilder, die Gesangsbücher waren frisch aus Baden Würtemberg importiert und und und. Habe mich ein wenig mit einer ehrenamtlichen Helferin dort unterhalten. Komisch fand ich nämlich, dass die Kirche so prunkvoll war, sowohl von innen als auch von außen, obwohl die Gemeinde protestantisch ist (wie im Übrigen fast alle schwedischen Kirchengemeinden). Die nette Dame, gebürtig aus Worms, erklärte mir dann, dass die Reformation Schweden erst deutlich später und nicht so schlagartig erreicht habe damals und dass dem Protestantismus daher anfangs noch viel von der katholischen Kirche geblieben war. Wenn ich mich recht erinnere, sagte sie auch, dass in deren Gottesdiensten dort noch mit den Klingeln geläutet würde während der Gabenbereitung... Jedenfalls fand ich es total interessant dort, weil ich wirklich nicht damit gerechnet hatte, eine ganze deutsche Gemeinde im Herzen Stockholms anzutreffen!

Irgendwann war ich ziemlich platt vom ganzen Umherstreunern und ich habe mir zugegebenermaßen am Samstag auch vom doch sehr unbequemen Wetter die Stimmung ein kleines bisschen vermiesen lassen. Daher habe ich mich am frühen Nachmittag einfach in ein kleines Café gesetzt und bei einer Tasse Tee und einer Waffel Postkarten geschrieben. Nachdem ich dort zum Glück innerhalb weniger Minuten die Gruppe junger italienischer Männer wieder los geworden war, setzte sich ein junges Pärchen zu mir (tatsächlich bin ich mir nicht so sicher, ob sie tatsächlich ein Paar sind, aber das tut auch nichts zur Sache). Sehr schnell habe ich gehört, dass es Deutsche waren. Als sie nach einer Weile verzweifelt das WLAN Passwort suchten, habe ich mich dann erbarmt, mich geoutet und ihnen das Passwort gesagt. Wir haben uns dann sogar noch ziemlich nett unterhalten über unsere Reisen und das Land im Allgemeinen. Und siehe da - klein ist die Welt - er kommt gebürtig aus Schwäbisch Hall, was wiederum nur eine halbe Autostunde von meinem Studienort entfernt liegt! Nach etwa zweieinhalb Stunden dort war es für die beiden Zeit, zum Flughafen zu fahren und ich habe einfach beschlossen, schon ins Hostel zu gehen. Dort konnte ich dann ganz entspannt duschen (noch kein Andrang) und war früh im Bett. Auch mal angenehm :)

 

Montag, 16.5 - "Shopping" und Heimreise

Erholt und ausgeschlafen bin ich am Montagmorgen doch tatsächlich schon um 8 Uhr aufgestanden und habe meine Sieben Sachen gepackt. Dann ging es - samt Rucksack - erst einmal mit der Metro gen Norden, damit ich mir bei Lidl ein erschwingliches Frühstück kaufen konnte. Von dort aus bin ich wieder die Drottninggatan runtergeschlendert, mit diversen Abstechern auf sämtliche Shopping-Nebenstraßen. Ich war nämlich noch auf Geschenkmission unterwegs. Die erwies sich allerdings als sehr mühsam und blieb bis zum Ende leider erfolglos. Durchs Gamla Stan bin ich auch noch einmal und habe dort noch ein paar neue Gassen und Läden entdeckt. Hach, ich war in einem so wunderschönen Spielzeugladen drin, meine Augen hörten gar nicht mehr auf zu glänzen. Dort gab es so viele hochwertige und richtig schöne Dinge, es war einfach herrlich. Das fing bei Puppen an, ging über Ritterkostüme und Kinderbücher bis hin zu - wie ich dachte - längst vergessenen Kleinigkeiten wie diese Dinger, die aussehen wie halbierte Flummis, die so lustig vom Boden ploppen, wenn man sie umstülpt! Ich glaube fast, der Besuch in diesem Laden war mein Highlight des Tages (hier ein herzliches Dankeschön an meine Geschenkmission :P)! Insgesamt hat mir der Tag aber ohnehin wieder viel besser gefallen. Ich war richtig gut gelaunt, das Wetter war auch glücklicher Weise wieder etwas besser. Ich habe im Gamla Stan dann auch noch lauter schöne Souvenirs gekauft :)

Nach dieser kleinen Shoppingtour stand noch ein letzter Sightseeing-Tagesordnungspunkt auf meiner Liste: Ein Besuch im Rathaus. Wow, das klingt gar nicht mal so spannend :D Tatsächlich hat das Rathaus aber einen Turm, den man gegen eine kleine Entschädigung besteigen darf und dann von oben eine ziemlich schöne Aussicht über Stockholm genießen kann. Die Luft dort oben war herrlich frisch und ich habe einfach eine Weile innegehalten und durchgeatmet. Zwischendurch habe ich immer wieder einem kleinen deutschen Jungen gelauscht, der unablässig auf seine spanische Mutter einredete: "Wir sind nur so wenige Zentimeter hoch gelaufen [ein Treppenweg, der mich gute 8 Minuten gekostet hat] und sind schon sooo weit oben?" "Stockholm ist aber ein kleines bisschen größer als Rostock, oder Mami?" "Die Häuser gehören aber nicht alle zu Stockholm. Nein, das sind zuuuu viele!" Richtig süß der Kleine!
Noch ein beeindruckender Fakt über das Rathaus: Gebaut wurde es fast ausschließlich mit Ziegelsteinen - insgesamt sind es 8 Million Stück!

Das kleine Viertel rechts von dem Pinn ist Gamla Stan :)

Unten angekommen habe ich mich schließlich auf den Weg zum Essen gemacht. Auf dem Weg dorthin habe ich den letzten Laden abgeklappert, in den ich auf meiner Mission noch Hoffnung gesetzt hatte - wieder erfolglos. Und puh war ich platt! Und das im wahrsten Sinne des Wortes, wo ich doch seit 5 Stunden samt Rucksack ununterbrochen auf den Beinen war! Wie es dann aber natürlich so kommen musste, sollte ich auch nicht ganz ohne Umwege zu meinem Essen gelangen: Ich wollte wieder ins K25, folgte meinem Stadtplan und hatte die ganze Zeit schon so ein dumpfes Gefühl dabei. Und dann kam es, wie ich es befürchtet hatte. Als ich laut Karte dann auf der Kungsgatan stehen sollte, fand ich mich auf einer Brücke wieder - und ca. 12 Meter unter mir wuselten die Menschen auf meiner Zielstraße. Ich habe echt überlegt, ob ich nicht irgendwie springen oder klettern sollte, ehrlich, ich war einfach so fertig, ich wollte keinen Schritt mehr gehen! Ich habe dann aber doch ein britisches Pärchen gefragt, wie ich denn bitte auf schnellstem Wege dort runter käme und sie konnten mir auch fachkundig den Weg weisen. Endlich im K25 angekommen, dachte ich eigentlich, ich hätte jetzt noch ca. anderthalb Stunden, bis ich wieder los müsste, um meinen Zug zu bekommen. Irgendwie hatte ich dann aber auch doch leider nur noch Zeit zum Essen und um ein letztes Souvenir zu kaufen und musste dann schon wieder aufbrechen. (Bei dem Souvenir handelt es sich um eine Getränkeflasche mit Dragonball-Logo drauf für mein wertes Bruderherz. Zu doof, dass ich - nach dem Kauf - feststellen musste, dass es eine Glasflasche ist. Eieiei, das geht richtig in die Kofferkilos!)

Pünktlich um 15:25 Uhr verließ mein Zug dann den Stockholmer Hauptbahnhof in Richtung Göteborg. Ich war einfach nur froh, nun erstmal eine Weile sitzen zu können, erledigt, aber auch zufrieden wie ich war. Schließlich in Trollhättan angekommen, erwarteten mich sogar noch ein paar zaghafte Sonnenstrahlen und so habe ich den Spaziergang vom Bahnhof bis ins Swedenborg dann nochmal richtig genossen. Oh man, ich hätte es umarmen können, mein kleines Trollywood. Es hat sich in dem Moment einfach richtig gut angefühlt, wieder dort zu sein!
Abends habe ich noch Julia vom Bus abgeholt, die gerade aus ihrem kurzem Türkeiurlaub mit ihrer Familie zurückgekommen war. Nach einem kurzen nächtlichen Chat mit Franzi im Flur sind wir dann aber beide zügig ins Bett gegangen...

 

Fazit

  • Stockholm ist eine richtig schöne Stadt. Ein Hauch von Großstadtfeeling, aber für meinen Geschmack gerade genug, viele alte, hübsche Häuser, eine ungewöhnhliche Lage am/im/um Wasser und das alles gepaart mit schwedischer Gelassenheit :)
  • Meinen Schätzungen zufolge gibt es in Stockholm mindestens 35 Espresso Houses (gewissermaßen das schwedische Starbucks, sowohl was die Angebotspalette, als auch was die Preise betrifft). Echt, hinter jeder Ecke, um die ich gebogen bin, tauchte eines auf!
  • Ich fand es immer wieder sehr erstaunlich, in welch kurzer Zeit man hören kann, welche Sprache die Menschen um einen herum sprechen. Oft habe ich im Vorbeigehen nicht mal ganze Wörter gehört und konnte trotzdem in 95% der Fälle richtig tippen. Wenn ich mich vertan habe, waren es interessanter Weise meist Deutsche und Schweden, die ich verwechselt habe.
  • Julia sagte ein paar Tage vor meiner kleinen Reise, sie würde es in Deutschland bald wieder vermissen, dass man sie nicht überall verstehe und sie habe keine Lust darauf, wieder ständig Deutsch zu hören. In dem Moment konnte ich das irgendwie nicht so recht verstehen - jetzt kann ich es. Ich habe in Stockholm so unendlich viele Deutsche gesehen und gehört und meistens hat es mich tatsächlich genervt. Dazu kam vermutlich, dass es meist dümmlich-touristische Ausrufe oder Diskussionen waren, die mir ohnehin überflüssig erschienen...
  • Mir gefällt es, alleine zu Reisen. Ich war im Vorhinein - auch wenn ich mich darauf gefreut hatte - wirklich unsicher, was diesen Aspekt meines kleinen Trips anbelangte. Aber ich habe hier und da immer wieder die Vorteile des Alleinereisens kennen und lieben gerlernt. Mir ist aber trotzdem bewusst (und das haben mir auch einige Leute gesagt), dass das nicht unbedingt auch auf längere Reisen eins zu eins übertragbar ist. Aber vielleicht werde ich auch das in naher oder ferner Zukunft einfach einmal selbst herausfinden. Ich bin jedenfalls sehr froh, diesen Ausflug genau so gemacht zu haben :)

So, das war es von meiner Reise in die schwedische Hauptstadt, ich hoffe, mein Bericht hat euch gefallen. Und vielleicht hat er euch ja auch (einmal mehr, wie ich hoffe) Lust gemacht, eines schönen Tages auch mal in dieses herrliche, vielseitige Land zu fahren!
Wie der aufmerksame Leser sicher bemerkt hat, hänge ich mit der Berichterstattung schon wieder eine geschlagene Woche hinterher. Und das dieses Mal sogar, obwohl ich von der gerade vergangenen Woche auf jeden Fall noch gerne berichten möchte. Ich hoffe also, sobald wie möglich den nächsten Eintrag schreiben zu können. Oh man, und dann bin ich schon so gut wie zuhause...
Also ihr Lieben, bis ganz bald! :)

Hallöchen Sonnenschein!

Sonntag, 08.05.2016

Es scheint, als hätten wir das schöne Wetter aus Norwegen erfolgreich mit nach Trollywood gebracht. Seit unserer Heimkehr schien hier fast die ganze Zeit die Sonne und die Temperatur ist von 12° bis heute auf herrliche 23° gestiegen :)
(Kurze Anmerkung zu dem Begriff 'Heimkehr': Mir ist aufgefallen, dass es sich dieses Mal tatsächlich so angefühlt hat. Ich weiß noch genau, wie komisch ich es fand, als wir aus London zurückgekommen waren, aus dem Flieger in den Flughafen in Göteborg gingen und es sich für mich total falsch anfühlte, von einem Urlaub/Kurztrip zurückzukommen und nicht wieder auf heimischen Boden zu sein. Dieses Mal hat es sich richtig angfühlt, so normal...)
Schauen wir doch mal, was in dieser sonnigen Wochen so passiert ist:

Letzte Woche Freitag haben Nina und ich die Gelegenheit noch genutzt und sind mit Charlotte nach Halmstad gefahren, um uns dort den berühmten "schönsten Sandstrand Schwedens" anzusehen. Die Sonne schien zwar auch an diesem Tag, aber es war noch ziemlich frisch, erst recht dann am Meer. Aber das macht uns ja nichts aus, wir waren ja nichts anderes gewöhnt. Nina und ich haben uns also den erstbesten Parkplatz an einem der beiden Sandstrände Halmstads (insgesamt sind es 42km) geschnappt und sind zum Strand runter - der dann erstmal mickrig klein war. Wir sind also an der felsigen Küste um eine Ausbuchtung des Festlandes herum geklettert, hinter der sich dann der Sandstrand befinden sollte. Nach einer halben Stunde und als wir schon fast aufgegeben hatten, lag er dann auch endlich vor uns. Tadaaaa. Joa ist ganz nett :D Es ist halt einfach immer noch Schweden und nicht das Mittelmeer. Es waren ein paar vereinsamte Spaziergänger zu sehen und eine Gruppe Schwäne. Ja richtig, Schwäne im Meer, war mir auch neu. Wir konnten uns bei dem Anblick nicht wirklich vorstellen, dass der Strand im Sommer wirklich mit Touristen und sonnenbadenen Menschen überfüllt sein soll, wie es uns die Bilder im Internet versprachen. Auch, weil wir uns nicht vorstellen konnten, dass es hier/dort je so warm wird, dass man sich da wirklich im Bikini hinlegen will... Aber dazu auch später nochmal mehr. An der Straße entlang zurück hat uns der Weg zum Auto dann übrigens auch nur ca. 7 Minuten gekostet :D Aber ich fand unsern Spaziergang vorher echt schön, daher ist das ja alles gut so. Anschließend sind wir noch kurz ins Städtchen gefahren. Auch sehr hübsch, definitiv größer und vor allem schöner als Trollhättan, aber immernoch schwedisch-klein. Mein Highlight war eigentlich das Stadtwappen, das trägt nämlich drei rote Herzen und lustiger Weise hingen auch überall in der Stadt Flaggen mit dem Wappen! Nina und ich haben dann die Sonne noch ein wenig genossen bei einem Becher suuper leckerem Schoko McDonald's Frappé.

Ansonsten war das Wochenende und so ziemlich auch die ganze Woche sehr ruhig. Letzte Woche Samstag gab es ein letztes offzielles Norwegentrip-Treffen und eine Nachtwanderung danach, zumindest für Nina und mich. Sonntag war ich wieder laufen und es gab natürlich wieder Family Dinner. Montag hat dann mein nächster und letzter Kurs angefangen, Corporate Finance. Der Einstieg war gelinde verstörend, denn eigentlich gab es keinen. Der Dozent hatte gerade den Vorgängerkurs gehalten und hat offensichtlich genau da weitergemacht, wo er aufgehört hatte. Schön für den Großteil des Kurses, der auch den vorigen Kurs besucht hat, für die Minderheit, die nicht dort war, war es halt nicht so cool. Aber das kriegen wir auch irgendwie hin.
Bei meinen Läufen am Sonntag und Dienstag habe ich dann sogar schon etwas Farbe im Gesicht bekommen. Ich! Und das, obwohl es gar nicht so lang war und auch noch nicht so warm. Naja aber wir haben das Wetter weiter ausgenutzt und so sind Franzi, Nina und ich am Donnerstag mit dem Zug nach Smögen gefahren. Smögen ist ein Fischerdorf an der Westküste Schwedens. Es ist echt hübsch dort, recht touristisch ausgelegt, zumindest touristischer als alles, was ich bisher gesehen habe. Zum Glück war es aber noch nicht sooo voll. Im Sommer wird man dort aber wohl nur noch den Pier entlang geschoben... Ich hänge einfach mal ein paar Fotos an (wie eigentlich sowieso immer :D), denn bis auf schöne Ausblicke ist dort nichts Außergewöhnliches passiert :)


Die Nachtwanderung wurde von der Stadt organisiert anlässlich ihres 100 jährigen Bestehens

Am Samstag stand endlich ein Event an, auf das wir uns schon seit Beginn des Semesters gefreut hatten: das Damen Sittning. Sittnings sind hier allgemein von der Student Union organisierte Abendessen, die immer unter eine gewissen Motto stehen. Und je einmal im Jahr gibt es eines ausschließlich für Männer und eines für Frauen, bei dem je das andere Geschlecht die Unterhaltung übernimmt. Franzi, Nina, Julia und ich haben uns also mit Freude wie aufgetragen schick gemacht und sind bei strahlendem Wetter zur Uni gegangen. (Tjaja das strahlende Wetter! Mittags hatten wir zwei Stunden auf der Wiese draußen gelegen und da es nicht so warm war, dachte ich, könne ich mir die Sonnencreme ja nochmal sparen. Ein Fehler, ist ja logisch. Besonders ärgerlich war aber, dass ich nur auf einer Seite krebsrot geworden war, was dann im kurzärmligen Kleid ziemlich blöd aussah...). Nach einem Begrüßungssekt ging es auch schon bald in den Speisesaal, der echt schön dekoriert war. Auf den Tischen standen große Kerzenleuchter, LPs waren ausgelegt und die Plätze waren schön gedeckt. Bevor wir uns setzen durften, wurde von einer Empore eine große schwedische Fahne runtergelassen und alle haben die Nationalhymne gesungen (alle außer uns, versteht sich). Die ist richtig schön, finde ich und es hatte was feenhaftes, weil ja (fast) nur Mädchen gesungen haben. Das war ein klasse Auftakt, ich jedenfalls hatte Gänsehaut. Das Menü hat mir auch gut gefallen: Zur Vorspeise gab es Schweinesteak-Toast auf Salatbett, die Hauptspeise war Kartoffelgratin, gedünstetes Gemüse und Hühnchenpastete mit Bacon. Gekrönt wurde das ganze von einem Schokoladensuffleé an Himbeerspiegel und Sahne - mhhhmm. Tja und das Programm war wie (von mir) erwartet: Viele tanzende Männer. Ich muss sagen, die Jungs aus der Union haben sich da echt was einfallen lassen und wirklich viele Choreos inklusive Kostümen vorbereitet. Die Mädels im Saal sind alle total ausgerastet und jeder Showact wurde zweimal aufgeführt. Julia und ich hatten eine Menge Spaß, Franzi und Nina waren wohl leider etwas enttäuscht, es war ihnen etwas too much. Dementsprechend sind auch nur Julia und ich anschließend noch zur Party geblieben, wir hatten aber auch zu zweit noch einen schönen Abend :)

Heute, am Sonntag stand dann nach einem gemeinsamen Frühstück mit den Mädels und einem Vater-/Muttertagstelefonat der längste Lauf meines Trainingsplans an. 19km und das am heißesten Tag der Woche, dabei war ich doch ohnehin noch nicht an die Temperaturen gewöhnt! Das war nicht so schön, aber wovon ich berichten möchte: Oha, für die Schweden haben wir hier schon absolut Hochsommer! Angefangen hat es Mitte der Woche, als bei so ca. 16 Grad die ersten Jungen und Mädchen nur in Bikini bzw. Badehose auf der Wiese vor unserem Haus in der Sonne "bruzzelten". Und heute, bei immerhin 23 Grad, gab es dann kein Halten mehr! Während meines Laufs habe ich etliche Männer gesehen, die nur mit Shorts bekleidet mit ihren Hunden Gassi gingen, eine Frau saß in Hotpants und BH und den Füßen im Wassereimer im Garten und in der ganzen Stadt lagen und liefen leicht bis fast gar nicht gekleidete Menschen herum. Bilder, die ich in dem Ausmaß zuhause nur kenne, wenn das Thermometer an der 30 Grad Marke knabbert, wenn nicht sogar, wenn es noch wärmer ist!

Hier noch unser dieswöchiges "Family Dinner" mit anschließendem Fresskoma :D (Das Wort kennen inzwischen sogar schon die Dutchies)

Uh und ich habe neue Deko!

Nun ja, das war es für diese Woche. Ich hoffe, es geht euch allen gut und ihr seid, zumindest was die Sonnencreme angeht, schlauer als ich, sodass ihr das Wetter in vollen Zügen genießen könnt! Ich schicke euch gaaaanz liebe Grüße nach hause!

 

PS: Mit einem lachenden und einem weinenden Auge habe ich übrigens diese Woche meinen Heimflug gebucht. Am 3. Juni verlasse ich den neuen und betrete wieder den alten heimischen Boden.

Roadtrip Deluxe // Hamar - Trollhättan

Donnerstag, 28.04.2016

Donnerstag, der 28.04.2016

Hallo und auf Wiedersehen.

Ja, Wiedersehen, das wäre was! Also wenn ich eines Tages mal im Lotto gewinne, komme ich definitiv zurück hierher! Heute passiert nichts wirkliches Nennenswertes. Die Landschaft ist eher trist und nicht sonderlich abwechslungsreich. Da können wir uns gleich schon mal wieder an Trollywoods Umgebung gewöhnen. Haha es tut mir leid, wenn ich die Stadt oft so schlecht rede. Natürlich gibt es auch dort schöne Ecken. Aber naja mit den vielen grauen Wolken und dem Regen, der genau in dieser Sekunde einsetzt, schreit alles förmlich nach dem Ende dieser wundervollen Reise. Es wird also Zeit, Erkenntnisse daraus zu ziehen:

  • Hätten wir eine Tesla-Strichliste geführt, wären wir vermutlich dreistellig ausgekommmen.
  • Tiere scheint es irgendwie nicht zu geben in Norwegen. Außer Vögel. Und die fühlen sich so ungestört, dass sie mitten auf der Straße Liebe machen und selbst dann nicht voneinander lassen, wenn sie vor unserem Auto nur knapp entfliegen können.
  • Während wir die Route geplant haben, war es für uns unbegreiflich, warum Google uns sagt, man benötige für beispielsweise 300km 5 Stunden. Aber ja, die meisten 80er-Zonen, durch die wir gefahren sind, waren durchaus berechtigt. Oft wollten und sind wir sogar lieber noch langsamer gefahren.
  • Bevor ich nach Schweden geflogen bin, hat mir eine Freundin von ihrer Fahrradtour durch Schweden erzählt und mir ihre Karten gezeigt. Ich habe mich noch gewundert, wie sie mit diesen recht simplen Karten wohl den Weg gefunden hat. Jetzt weiß ich es: In 98% der Fälle gibt es ohnehin nur eine Straße, die dich an den Ziel bringt.
  • Wir sind tatsächlich ein wenig braun geworden im Gesicht. Spätestens als Julia das als unparteiische Außenstehende bemerkt hat, hatten wir Sicherheit :P
  • Oha, dieses Wetter. Das kann man nur unverschämtes Glück nennen. Ich weiß spontan ehrlich nicht, wann ich in Schweden oder auch in Deutschland das letzte Mal in einer Reihe so viel blauen Himmel gesehen habe. Ich bin unendlich dankbar, dass wir so tolles Wetter hatten. Ich glaube, das hat einen sehr großen Teil der Schönheit des Trips ausgemacht.
  • Norwegen hat noch mehr zu bieten. Allein in Geiranger gibt es noch ein paar Orte, die ich gerne sehen würde, wir mussten Trolltunga auslassen und generell haben wir unterwegs viele Fleckchen Erde gesehen, die einen Besuch mehr als wert sind. Aber leider muss man bei all der verträumten Natur auch bei den harten Fakten bleiben: Ich habe eben nicht in der Lotterie gewonnen und Norwegen ist verdammt teuer. Die Unterkünfte, Lebensmittel und von Dienstleistungen, und Genussmitteln wollen wir gar nicht erst anfangen. Und dazu kommen noch (wenn man mit dem Auto untwegs ist) Mautkosten und die Tickets für die Fähren.
  • Auch wenn ich mir durchaus auch vorstellen kann, Landstriche hier zu Fuß zu durchqueren und dass man die Natur dann vielleicht noch etwas intensiver spürt, bin ich sehr froh, diesen Roadtrip gemacht zu haben. Auf diese Weise haben wir in der kurzen Zeit wirklich sehr viele verschiedene Einsichten in die Landschaft Norwegens bekommen.
  • Es war wundervoll.

 
die letzten beiden Bilder sind noch von einem kurzen, letzten Zwischenstopp in Vänersborg, einer nahegelgenen Stadt am Vänern, dem größten See Schwedens

So, und wer sich jetzt durch dieses Roadtrip-Tagebuch durchgekämpft hat soll auch belohnt werden. Mit ein klein wenig Geduld kommt ihr dann auch endlich in den Genuss, die Bilder zu sehen. Kommt einfach demnächst nochmal zum Blog zurück und schaut euch die letzten Blogeinträge an, ich werde die Fotos am Wochenende an den richtigen Stellen einfügen :) Ich wünsche dafür jetzt schon mal viel Spaß beim Durchklicken, ich hoffe, die Bilder gefallen euch. 

Danke, Nina und Alvin für diese unvergesslichen 7 Tage. Auch wenn wir uns unausweichlicher Weise zwischendurch immer mal wieder angezickt haben, gibt es wohl nicht viele Menschen, mit denen man es wortwörtlich 24/7 auf so engem Raum aushält und mit denen man noch dazu diese Momente so gut teilen kann. Und danke für die Musik <3

 

It's something unpredictable

but in the end that's right.

I hope you had the time of your life!

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